Endometriose
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Schokoladenzysten oder allgemeiner ausgedrückt Endometriose sind Themen, über die sehr häufig gesprochen wird, über die seitenlange Bücher geschrieben wurden und die auf wissenschaftlichen Plattformen intensiv diskutiert werden. Obwohl zahlreiche Studien zur Endometriose durchgeführt wurden, handelt es sich immer noch um eine Erkrankung, deren Mechanismus die Medizin nicht vollständig erklären kann und für die daher noch keine endgültige Heilung genannt werden kann. Versuchen wir, dieses interessante Problem anhand von Fragen und Antworten besser kennenzulernen:
Die Ansiedlung der Gebärmutterschleimhaut, die als Endometrium bezeichnet wird, außerhalb der Gebärmutter wird medizinisch als Endometriose bezeichnet. Wenn sich dieser Zustand in den Eierstöcken in Form einer Zyste (eines flüssigkeitsgefüllten Sacks) zeigt, wird diese Struktur als Schokoladenzyste (Endometriom) bezeichnet, da sie eine geschmolzener Schokolade ähnliche Flüssigkeit enthält.
Obwohl es viele Theorien darüber gibt, wie Endometriose entsteht, gibt es bis heute keine einzelne Theorie, die den Mechanismus vollständig erklärt. Die heute akzeptierte Ansicht besagt, dass Menstruationsblut, das Zellen der Gebärmutterschleimhaut enthält, in die Bauchhöhle zurückfließt und aufgrund bestimmter Schwächen des Immunsystems, das diese Zellen beseitigen sollte, sich diese Schleimhautzellen im Bauchraum ansiedeln. Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entstehung der Endometriose ist die zentrale Rolle von Östrogen im Körper durch bestimmte innere Mechanismen. Studien haben gezeigt, dass Endometrioseherde ihr eigenes Östrogen produzieren können und dadurch weiter wachsen und klinische Symptome verursachen.
Zur Häufigkeit der Endometriose gibt es sehr unterschiedliche Daten. Bei Frauen ohne Beschwerden (zufällig entdeckt) wurden Häufigkeiten von 2–18 %, bei Frauen mit Unterbauch- und Leistenschmerzen 5–21 % und bei Frauen mit Schwierigkeiten schwanger zu werden 5–50 % berichtet. Im Durchschnitt wird angenommen, dass Endometriose bei etwa 6–10 % der Frauen vorkommt.
Endometriose gilt allgemein als Erkrankung des reproduktiven Alters, kann jedoch auch bei Mädchen im Teenageralter sowie bei Frauen viele Jahre nach der Menopause festgestellt werden. Die am häufigsten betroffene Altersgruppe liegt zwischen 25 und 35 Jahren. Mit der liberaleren Anwendung der Laparoskopie wurde berichtet, dass Endometriose bereits im Alter von 11 Jahren und bis ins Alter von 78 Jahren auftreten kann.
Neben den Eierstöcken kann Endometriose an vielen Orten auftreten, zum Beispiel an den Häuten, die die Organe direkt außerhalb der Gebärmutter bedecken (Peritoneum), in der Vertiefung hinter der Gebärmutter (Douglas-Raum), im Darm, im Bereich zwischen Vagina und Enddarm (rektovaginales Septum), außerdem an der Haut (an Nähten nach natürlicher Geburt oder Kaiserschnitt), in der Lunge, Leber, im Gehirn, im Auge usw. Das wichtigste Organ, in dem bislang keine Endometriose nachgewiesen wurde, ist die Milz.
Studien in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigen, dass Endometriose bei manchen Personen häufiger vorkommt. Zu diesen Risikofaktoren gehören;
Die oben genannten Beschwerden können auf Endometriose hinweisen. Bei der ärztlichen Untersuchung können tiefer Schmerz, eine schmerzhafte Masse zwischen Enddarm und Scheide oder ein tastbarer schmerzhafter Knoten oder eine Zyste festgestellt werden. Die Ultraschalluntersuchung ist insbesondere bei Schokoladenzysten hilfreich, spielt jedoch bei Endometriose des Bauchfells (Peritoneum) keine Rolle. Endometriose kann auch durch Laparoskopie (eine Untersuchung der Bauchhöhle mit einer Kamera) oder zufällig während anderer Bauchoperationen festgestellt werden. Heutzutage gilt die Laparoskopie als Goldstandard der Diagnostik. Obwohl die endgültige Diagnose durch mikroskopische Untersuchung entnommener Gewebeproben gestellt wird, wird eine Biopsie in verdächtigen Fällen empfohlen.
Da Endometriose bis heute nicht vollständig aufgeklärt ist, wäre es falsch, von einer vollständigen Heilung zu sprechen. Auch der natürliche Verlauf der Erkrankung ist nicht eindeutig geklärt — neben fortschreitenden Fällen könnte es auch spontan rückläufige Fälle geben. Daher richten sich die Behandlungsmöglichkeiten der Endometriose im Allgemeinen nach den Beschwerden.
Leider gibt es derzeit keine Screening- oder Präventionsmethode gegen Endometriose.
Zusammenfassend ist Endometriose eine Erkrankung unbekannter Ursache, die meist Schmerzen und Schwierigkeiten beim Schwangerwerden verursacht, bislang keine vollständige medikamentöse Heilung besitzt und auch nach chirurgischer Behandlung erneut auftreten kann. Für detailliertere Informationen zu individuellen Beschwerden und zur geeignetsten Behandlungsmethode sollte unbedingt ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe konsultiert werden.