Die Diagnose der unerklärten Infertilität wird gestellt, nachdem alle Standarduntersuchungen im Rahmen der Infertilitätsabklärung normal ausgefallen sind. Die Häufigkeit variiert in infertilen Patientengruppen je nach Diagnosekriterien zwischen 10-30 %.
Die Diagnose der unerklärten Infertilität wird gestellt, wenn eine normale Samenanalyse, objektive Anzeichen für eine Ovulation (Eisprung), eine normale Gebärmutterhöhle (uteriner Kavität) und beidseitige Eileiterdurchgängigkeit vorliegen. Während in der Vergangenheit ein positiver Postkoitaltest und eine mit dem Menstruationszyklus übereinstimmende Endometriumbiopsie gefordert wurden, werden diese Tests heute nicht mehr angewendet.
Die Notwendigkeit einer diagnostischen Laparoskopie (Bauchspiegelung) bei Frauen mit unerklärter Infertilität ist umstritten. Die Laparoskopie kann durch die Diagnose unentdeckter Tubenfaktoren und Endometriose eine Behandlung ermöglichen oder unnötige Behandlungen bei unerklärter Infertilität einschränken. Bei Frauen mit normalem HSG (Hysterosalpingographie - Gebärmutter- und Eileiterfilm) und normalem Tastbefund ohne Risikofaktoren für Tubenfaktoren liefert die Laparoskopie jedoch keine zusätzlichen erklärenden Informationen. Während der Einfluss von Endometriomen (Zysten) und fortgeschrittener Endometriose auf die Infertilität feststeht, ist der Einfluss einer mittelschweren Erkrankung nicht belegt. Viele Ärzte geben an, dass eine vaginale Ultraschalluntersuchung während der Menstruation oder kurz danach besser geeignet ist als eine diagnostische Laparoskopie.
Die unerklärte Infertilität umfasst Funktionsstörungen von Spermien oder Eizellen, Befruchtungsstörungen (Fertilisation), Einnistungsstörungen (Implantation) oder Embryonalentwicklungsstörungen, die mit Standardmethoden nicht diagnostiziert werden können. Bei unbehandelten Patienten liegt die Schwangerschaftsrate pro Zyklus bei etwa 2-4 %, was 80-90 % unter der Rate normaler fertiler Paare (20-25 %) liegt. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft unabhängig von der Behandlung steht in umgekehrtem Verhältnis zum Alter der Frau und der Dauer der Infertilität. Da die Erfolgsraten über die Jahre sinken, ist eine Behandlung oft notwendig. Ziel der Behandlung ist es, die monatliche Schwangerschaftsrate auf das Niveau fertiler Paare zu heben.
Behandlungsansätze
Wie die Definition sagt, ist die Ursache unbekannt. Daher basieren Behandlungsansätze auf Erfahrungen und zielen darauf ab, die Anzahl der Spermien und Eizellen zu erhöhen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt aufeinandertreffen. Empfohlene Methoden sind die Stimulation der Eierstöcke mit Tabletten oder Spritzen mit anschließendem zeitlich abgestimmtem Geschlechtsverkehr, die IUI (Intrauterine Insemination - Insemination) und schließlich die IVF-Behandlung (Künstliche Befruchtung).
Mit Tabletten wie Clomifen-Citrat und Letrozol kann die Entwicklung einer oder mehrerer Eizellen ermöglicht werden. Es wurde versucht, durch zeitgesteuerten Verkehr eine Schwangerschaft zu erreichen, wobei keine Methode einer anderen überlegen war.
Studien zur IUI-Behandlung (Insemination) mit stimulierenden Spritzen (Gonadotropine) berichten von Schwangerschaftsraten von 15-18 %. Da die Rate ohne Behandlung bei nur 3 % liegt, ist die Wirksamkeit der IUI wertvoll. Nach 3 Zyklen sinkt die Erfolgsrate jedoch, weshalb dann oft die IVF-Behandlung empfohlen wird.
Beobachtungen in IVF-Zyklen helfen uns, Informationen über die Ursachen zu gewinnen. Während des Verfahrens werden Spermien und Eizellen mittels Mikroinjektion zusammengebracht. Befruchtung und frühe Embryonalentwicklung werden überwacht, und der Embryo wird direkt in die Gebärmutterhöhle übertragen. Die genauen Faktoren der Implantation sind noch nicht vollständig bekannt. Die Erfolgsrate bei IVF liegt je nach Alter und Dauer zwischen 40-65 %.
Zusammenfassend ist die Wirksamkeit der Behandlungen bei unerklärter Infertilität begrenzt. Die Bewertung muss sorgfältig erfolgen, wobei Alter, Dauer und Eierstockreserven berücksichtigt werden sollten. Obwohl IVF höhere Chancen bietet, können besonders bei jungen Patienten zuerst andere Methoden sinnvoll sein. Die Paare sollten über Risiken, Kosten und Chancen aufgeklärt werden, um die für sie beste Wahl zu treffen.
Op Dr İsmail Küçük / Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe / İRENBE