Was ist eine Risikoschwangerschaft?

Eine Schwangerschaft ist ein ganz besonderer Prozess. Jeder Tag dieser neun Monate, 40 Wochen oder 280 Tage ist wichtig und voller möglicher Überraschungen.

Früher wurde in Lehrbüchern für Frauenheilkunde und Geburtshilfe beschrieben, dass die Schwangerschaft ein normaler physiologischer Abschnitt im Leben einer Frau sei und meist gesund und problemlos verlaufe.

Nach den seit Beginn des 20. Jahrhunderts gesammelten medizinischen Daten zeigt sich jedoch, dass fast die Hälfte aller Schwangerschaften mit einer oder mehreren Komplikationen verbunden ist. Schwangerschaft ist daher kein völlig gewöhnlicher Zustand, sondern eine besondere Phase mit erhöhtem Risiko.

Etwa 10 % der Schwangerschaften enden mit einer frühen Fehlgeburt vor der 10. Woche. Weitere 10 % führen zu einer Frühgeburt. In etwa 10 % der Fälle entwickelt die Mutter Bluthochdruck oder Präeklampsie, und weitere 10 % entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes.

Etwa 1 % der Schwangerschaften weisen chromosomale oder genetische Auffälligkeiten beim Fötus auf. Ebenfalls bei etwa 1 % können strukturelle Fehlbildungen festgestellt werden.

In 1–2 % der Schwangerschaften besteht bereits vor der Schwangerschaft eine wichtige systemische Erkrankung der Mutter. Diese Fälle erfordern besondere Betreuung und gegebenenfalls Anpassungen der Medikamente.

Mehrlingsschwangerschaften, insbesondere nach künstlicher Befruchtung, gehören ebenfalls zu den wichtigsten Kategorien der Risikoschwangerschaft.