Der IVF-Behandlungsprozess ist ein stressiger und schwieriger Prozess. Wenn er jedoch gesund erlebt wird, kann er auch zu einem spannenden Abenteuer werden, das die Partner noch enger miteinander verbindet. Bevor dieser Prozess beginnt, ist es am gesündesten, wenn beide Partner gemeinsam die Entscheidung treffen, ein Kind zu bekommen. Schuldgefühle, Machtkämpfe, Diskussionen darüber, wer Recht oder Unrecht hat, die schwere Last der Erwartungen des Umfelds und Gefühle, mit denen man nicht umgehen kann, können diesen Prozess erschweren.
Vor dieser wichtigen Entscheidung sollten sich beide Partner die Frage stellen: „Warum möchte ich ein Kind?“ Manchmal können die Antworten ungesund sein, wie etwa: „Damit es meine Einsamkeit beendet“, „damit es mein bester Freund wird“ oder „damit es meine problematische Ehe rettet“. Dabei wird dem Kind zu viel Bedeutung zugeschrieben. Es sollte nicht vergessen werden, dass das Kind schon im Mutterleib ein eigenständiges Individuum ist und weder die Einsamkeit beenden noch eine schlechte Ehe retten wird.
Es ist unbedingt notwendig, dass beide Partner gemeinsam entscheiden, bevor die IVF-Behandlung beginnt. Wenn einer der Partner positiv eingestellt ist, der andere jedoch unsicher ist oder die Behandlung nicht möchte, muss dieses Problem zuerst gelöst werden. Falls dies allein nicht gelingt, sollte unbedingt Unterstützung durch einen Psychologen gesucht werden.
Die Unterstützung des Mannes wirkt sich in dieser Phase sehr positiv auf die Frau aus. Gemeinsam ins Krankenhaus zu gehen, danach etwas Schönes zu unternehmen, kleine Überraschungen zu machen, die Partnerin zu stärken und zu unterstützen sowie schmerzhafte, ungelöste Erinnerungen aus der Vergangenheit in dieser Zeit nicht anzusprechen, gehören zu den wichtigsten Dingen.
Ausführliche Recherchen im Internet oder das Lesen negativer Erfahrungsberichte sollten während der Behandlung vermieden werden. Am besten ist es, die Fragen im Voraus aufzuschreiben und den Arzt direkt zu fragen.