Meningitis ist eine bei Kindern selten vorkommende, jedoch tödlich verlaufen und bleibende Schäden hinterlassen könnende Infektion. Die häufigsten bakteriellen Erreger einer Meningitis bei Kindern sind Haemophilus influenzae Typ B (Hib), Pneumokokken und Meningokokken; für die ersten beiden stehen Impfstoffe zur Verfügung, die ab dem 2. Lebensmonat routinemäßig an Säuglinge verabreicht werden. Der Impfstoff gegen Meningokokken-Erkrankungen wurde weltweit erstmals im Jahr 2006 angewendet und wird in unserem Land seit 2013 verwendet.
Die Situation der Meningokokkeninfektionen weltweit
Meningokokkeninfektionen kommen weltweit vor, treten jedoch häufiger in gemäßigten Regionen wie Afrika und der Arabischen Halbinsel auf. In unserem Land liegt die Häufigkeit bei etwa 2–4 pro 100.000. Meningokokken haben Serotypen wie A, B, C, Y und W-135, und die nachgewiesenen Typen unterscheiden sich je nach Land. Epidemiologische Studien in unserem Land haben gezeigt, dass W-135 und Typ B am häufigsten vorkommen.
Weltweit werden jedes Jahr 1.200.000 Fälle von Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, von denen 135.000 mit dem Tod enden.
Wer gehört zu den Risikogruppen für Meningitis?
Meningokokkeninfektionen treten besonders bei Kindern unter 5 Jahren auf und zeigen einen zweiten Höhepunkt im Jugendalter (15–25 Jahre). Besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kasernen und Wohnheimen ist die Übertragungsrate hoch. Auch Pilger, die zur Hadsch reisen, sowie Personen, die in endemische Gebiete wie Afrika reisen, sind gefährdet. Auch diesen Personen wird vor der Reise vorbeugend eine Impfung verabreicht.
Nicht jeder, der mit dem Meningokokken-Bakterium in Kontakt kommt, entwickelt die Krankheit; etwa 5–10 % können dieses Bakterium im Rachen tragen, ohne zu erkranken. Besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Personen, deren Milz entfernt wurde, sind gefährdet.
Wie verursacht Meningokokken Krankheit?
Meningitis tritt häufig in den Winter- und Frühlingsmonaten auf. Das Bakterium gelangt über die Atemwege in den Körper und beginnt meist wie eine Atemwegsinfektion. Wenn der Erreger das Blut und die Hirnhäute erreicht, entwickeln sich Sepsis und Meningitis. Kopfschmerzen, hohes Fieber, Erbrechen und Bewusstseinstrübung sind Anzeichen einer Meningitis. Das als Meningokokkämie bezeichnete Krankheitsbild, das mit Unterhautblutungen am ganzen Körper einhergeht, schreitet innerhalb weniger Stunden fort und führt zu Schock und Organversagen. 10–20 % der Fälle enden trotz Behandlung tödlich. Bei Überlebenden können Folgen wie Gewebeverlust an Händen und Füßen, Krampfanfälle, Taubheit und geistige Behinderung zurückbleiben.
Für das enge Umfeld des Patienten und Kontaktpersonen wird eine vorbeugende Behandlung durchgeführt.
Meningitis-Impfstoff
Meningokokken wurden von der Weltgesundheitsorganisation in die Gruppe der durch Impfung vermeidbaren Krankheiten aufgenommen, und es wurde nachgewiesen, dass der entwickelte Impfstoff wirksam und sicher ist. Derzeit gibt es Impfstoffe, die 4 Typen von Meningokokken abdecken, und sie werden in mehr als 50 Ländern weltweit verwendet.
Der Meningitis-Impfstoff wird bei Babys über 9 Monaten angewendet. In unserem Land werden derzeit 2 Impfstoffe verwendet. Menactra wird zwischen 9 und 23 Monaten in 2 Dosen im Abstand von 3 Monaten empfohlen; nach dem 2. Lebensjahr wird er als Einzeldosis verabreicht und kann bis zum Alter von 55 Jahren angewendet werden. Nimenrix wird nach dem 1. Lebensjahr als Einzeldosis verabreicht. Neue Impfstoffstudien werden weiterhin durchgeführt.
Gibt es Nebenwirkungen des Meningitis-Impfstoffs?
Die häufigste Nebenwirkung des Impfstoffs sind Rötung und Empfindlichkeit an der Impfstelle. Allgemein können Nebenwirkungen wie Fieber und Unruhe auftreten. In seltenen Fällen sollte der Impfstoff Personen, die gegen die Inhaltsstoffe des Impfstoffs allergisch sind, nicht verabreicht werden.
Fachärztin Dr. Hale Yener / Spezialistin für Kindergesundheit und Kinderkrankheiten / İRENBE