Gebärmutteroperationen gehören zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in der Gynäkologie. Insbesondere die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) kann aus vielen verschiedenen Gründen und auf unterschiedlichen chirurgischen Wegen erfolgen. In diesem Artikel werde ich über die Methode der Entfernung der Gebärmutter durch die natürliche Öffnung der Vagina (vaginale Hysterektomie) sprechen, eine chirurgische Methode, die vielleicht in Vergessenheit geraten ist oder, genauer gesagt, übersehen wurde.

 

Aus welchen Gründen ist eine Gebärmutterentfernung notwendig?

Die Gebärmutterentfernung ist eine aus vielen Gründen notwendige Operation. Der häufigste Grund sind Myome, die bei 20-25 % der Frauen vorkommen (ab dem 35. Lebensjahr sogar bei etwa 70 %). Myome sind gutartige Tumoren, die aus der glatten Muskulatur der Gebärmutter stammen. Abgesehen von Myomen sind die häufigsten Gründe für eine Hysterektomie medikamentenresistente Blutungen, Endometriose/Adenomyose, Gebärmutter-/Halskrebs und Gebärmuttersenkung.

 

Was ist eine vaginale Hysterektomie?

Den Vorgang der Entfernung der Gebärmutter unter Nutzung der natürlichen Öffnung der Vagina nennen wir "vaginale Hysterektomie".

 

Ein wenig Geschichte…

Die vaginale Hysterektomie ist die älteste der Gebärmutteroperationen. Historischen Dokumenten zufolge wurde sie im Jahr 120 n. Chr. von SORANUS von Ephesus durchgeführt. Im Mittelalter wurde die vaginale Hysterektomie meist aufgrund einer Gebärmuttersenkung vorgenommen. Das Fehlen von Anästhesie, Hygiene und Blutungskontrolle in jener Zeit bedeutete für diese Operation, wie für alle Arten von Operationen, eine hohe Sterblichkeitsrate. Die Entwicklung der Anästhesie, die Bereitstellung keimfreier Umgebungen und die Sicherstellung der Blutungskontrolle haben den Erfolg dieser Operationen erhöht.

 

Die abdominale Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter durch einen Bauchschnitt) wurde im modernen Sinne erstmals 1920 von Johanns Pfannenstiel und die laparoskopisch assistierte Hysterektomie erstmals 1988 von Harry Reich durchgeführt.

 

Mit der heutigen weiten Verbreitung der Laparoskopie wird bei den meisten Gebärmutteroperationen der laparoskopische Weg bevorzugt, und leider hat die Anwendung der VAGINALEN HYSTEREKTOMIE abgenommen. Bei der laparoskopischen Gebärmutteroperation wird die Gebärmutter jedoch, nachdem die Bänder durch Einstiche im Bauchraum durchtrennt wurden, meist von unten, also vaginal, entnommen. Warum also die Gebärmutter in "GEEIGNETEN" Fällen nicht vaginal entfernen, ohne Löcher in den Bauch zu schneiden?

 

Tatsächlich gilt die vaginale Hysterektomie heute als eine der "MINIMAL-INVASIVEN" Gebärmutteroperationen.

 

Wie wird eine vaginale Hysterektomie durchgeführt?

Das Verfahren basiert darauf, die Gebärmutter OHNE HAUTSCHNITT unter Nutzung der natürlichen Öffnung der Vagina (man erinnere sich, dass hier bei der Geburt Babys herauskommen können) zu entfernen. Entweder unter rückenmarksnaher (Epidural/Spinal) oder Vollnarkose, in gynäkologischer Position, werden die Bänder der Gebärmutter durchtrennt und vernäht, und die Gebärmutter wird entnommen. Eierstöcke und Eileiter können gleichzeitig mit entfernt werden.

 

Welche Bedingungen sind für eine vaginale Hysterektomie am besten geeignet?

Sie ist sehr gut geeignet für Patientinnen mit kleinen, gesenkten Gebärmüttern, zellulären Anomalien des Gebärmutterhalses (Frühstadien von Krebs) und solchen mit begleitenden Senkungen (da alle Operationen vom unteren Teil aus durchgeführt werden).

 

Was sind die Vorteile der vaginalen Hysterektomie?

Das Fehlen eines Schnittes, deutlich WENIGER postoperative Schmerzen und Infektionsrisiken, WENIGER Blutverlust und eine schnellere Rückkehr in den normalen Alltag nach der Operation sind die wichtigsten Vorteile. Gleichzeitige Probleme wie Blasensenkung, Mastdarmsenkung oder Scheidensenkung können ebenfalls behoben werden.

 

Wer ist für eine vaginale Hysterektomie nicht geeignet?

Die vaginale Hysterektomie ist nicht geeignet in Fällen, in denen die Winkel im Vaginalbereich technisch zu eng sind, bei sehr großen Gebärmüttern, bei sehr dichten Verwachsungen im Bauchraum oder bei Krebserkrankungen außer im Frühstadium (da die Operation viel umfassendere Entfernungen erfordern würde).

 

Warum wird die Anwendung der vaginalen Hysterektomie übersehen?

Die Betonung der laparoskopischen Chirurgie und der geringere Stellenwert dieses Eingriffs im gynäkologischen Ausbildungsprozess haben ihn leider an den Rand gedrängt. Experten sind jedoch der Meinung, dass es bei Gebärmüttern, die vaginal entfernt werden können, angemessener ist, eine VAGINALE HYSTEREKTOMIE durch die NATÜRLICHE ÖFFNUNG durchzuführen, anstatt sie abdominal oder laparoskopisch zu entfernen.

 

Das letzte Wort sollte dies sein: Die Art der Gebärmutteroperation sollte durch die gemeinsame Entscheidung von Arzt und Patient unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und der Präferenzen des Patienten festgelegt werden.

 

Ich wünsche Ihnen allen Tage voller Gesundheit und Liebe…

Prof. Dr. med. Ümit İnceboz