Brustkrebs, ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Weltweit erkrankt durchschnittlich eine von 8–10 Frauen an Brustkrebs. Krebs mit einer Größe von 1 cm oder kleiner, der bei der manuellen Untersuchung nicht tastbar ist, wird als Brustkrebs im Frühstadium bezeichnet. Brustkrebserkrankungen im Frühstadium können dank mammographischer Untersuchungen erkannt werden. Screening-Mammographie ist eine regelmäßig durchgeführte mammographische Untersuchung für Frauen über 40 Jahre, die keine Beschwerden haben. Die allgemein anerkannte Empfehlung ist, diese Untersuchung einmal im Jahr durchzuführen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass durch die frühzeitige Erkennung von Brustkrebs die brustkrebsbedingte Sterblichkeitsrate um 20–30 % gesenkt werden kann. Trotz aller Fortschritte können nicht alle Brustkrebserkrankungen durch die mammographische Untersuchung erkannt werden (durchschnittlich 10 %). Es gibt 3 Faktoren, die diese Situation bestimmen:
- Brustgewebe, hat eine komplexe Struktur, die aus Milchdrüsen, Milchgängen sowie dem dazwischenliegenden Binde- und Stützgewebe besteht. Bei einigen Frauen sind diese Gewebe sehr dicht und kompakt. Bei diesem Brusttyp kann sich Krebs im normalen Gewebe verbergen und in der Standard-Mammographie nicht sichtbar werden.
- Struktur des Tumors, einige Tumoren können sich im Brustgewebe entwickeln, ohne irgendeine Auffälligkeit zu verursachen. In manchen Fällen kann sogar eine Ausbreitung auf die Lymphknoten in der Achselhöhle festgestellt werden, obwohl sich im Brustgewebe selbst kein Tumor befindet (okkulter Krebs).
- Technische Faktoren, wenn die Positionierung bei der Mammographie und die Qualität der Röntgenstrahlen nicht optimal sind, können einige Tumoren nicht sichtbar sein.
Mammographie:
Sie ist eine sehr wichtige radiologische Methode, die seit den 1960er Jahren bis heute besteht. Sie gilt weiterhin als die beste Methode bei der Diagnose von Brustkrebs, und es werden ständig technologische Weiterentwicklungen daran vorgenommen.
Das Grundprinzip ist „die teilweise Kompression des Brustgewebes zwischen zwei Platten und die Erstellung eines Röntgenbildes mithilfe von Röntgenstrahlen“. Trotz aller technologischen Entwicklungen
hat sich dieses Prinzip nicht verändert, weshalb selbst sehr alte Mammographiegeräte im täglichen Gebrauch noch verwendet werden können. Die Entwicklungen in der digitalen Technologie haben jedoch eine Untersuchung mit geringerer Strahlenbelastung, mehr Komfort und detaillierteren Bildern ermöglicht. Je nach Zeitpunkt der Einführung in diese digitalen Systeme unterscheidet man zwischen CR-digitaler, FF-digitaler und Tomosynthese-digitaler Mammographie.
Die Bruststruktur einer Person kann die Tumorerkennung erleichtern oder erschweren. Auch die Struktur des Brusttumors kann leicht sichtbar oder verborgen sein. Da es jedoch nicht möglich ist, diese strukturellen Eigenschaften zu verändern, besteht unsere wichtigste Aufgabe als Ärzte bei der Früherkennung darin, eine mammographische Untersuchung auf höchstem Standard durchzuführen;
- Das beste Gerät (die fortschrittlichste Technologie und die niedrigste mögliche Dosis)
- Die beste Positionierung (erfahrener Radiologie-Techniker)
- Die beste Auswertung (erfahrener Radiologe)
Das Fehlen eines dieser 3 Faktoren führt zu Verzögerungen bei der Diagnose.
Digitale TOMOSYNTHESE-Mammographie
Bei der Standard-Mammographie sind die Untersuchungen zweidimensional. Also wie auf einem flachen Röntgenbild. In diesem Fall werden normale Gewebe überlappend auf dem Bild dargestellt. Zwischen diesen Geweben werden krebsverdächtige Bilder gesucht. Aus diesem Grund wird erwartet, dass der Radiologe bei der Beurteilung des Bildes erfahren ist. Überlappende Gewebe können den Tumor verbergen, aber umgekehrt können überlappende Gewebe auch tumorähnliche Bilder verursachen.
Alle technologischen Entwicklungen und Innovationen bei Mammographiegeräten dienten stets dazu, bessere Bilder zu erhalten. Von alten Film-Screen-Analog-Mammogrammen wurde auf CR-digitale und vollflächige digitale (FFDM) Mammogramme umgestellt, wodurch erhebliche Fortschritte in der Bildqualität erzielt wurden.
Jedoch wurde zum ersten Mal mit der Digitalen Tomosynthese-Mammographie die Bildgebung dreidimensional durchgeführt. Dadurch wurden Probleme beseitigt, die durch die Überlagerung von Geweben entstehen. Durch das Verschwinden falscher Tumorbilder wurden unnötige Zwischenkontrollen und sogar die Anzahl der Biopsien reduziert.
Im Gegensatz zu Standard-Mammographien bewegt sich bei der TOMOSYNTHESE-Untersuchung die Röntgenröhre des Geräts, und aus dem Brustgewebe werden Schnittbilder mit einer Dicke von 1 mm erzeugt. Aus jeder Brust entstehen 60–80 Bilder. Millimetergenaue Tumordiagnosen können gestellt werden.
Eine weitere wichtige Neuerung, die alle digitalen Systeme für die allgemeine Mammographie mit sich bringen, ist ihre Überlegenheit bei der Archivierung. Dank leicht speicherbarer und beliebig oft vervielfältigbarer Bilder wird eine jährliche regelmäßige Nachverfolgung einer Person und dadurch eine frühe Diagnose möglich.
Die Digitale Tomosynthese-Mammographie, die weltweit und auch in unserem Land zunehmend häufiger eingesetzt wird, befindet sich auch im Lamed Bildgebungszentrum in Izmir. Das Gerät, das im April 2012 in Betrieb genommen wurde, ist noch immer das erste und einzige Digitale Tomosynthese-Mammographiesystem in Izmir.
Dr. Feray Özgür Saraçoğlu / Fachärztin für Radiologie